6.1.1993
Die Anregung
stammt aus
Michael Holt,
"Neue mathematische Aufgaben für Denker und Tüftler", Studio Dumont
1988, Seite 27.
Es geht darum
herauszufinden, auf wieviel Arten ein Streifen von n Marken zu einem Stapel
zusammengefaltet werden kann.
Hier zunächst
die Bilder für 2, 3 und 4 Marken mit b.z.w. 1, 2 und 5 Faltungen

5 Marken können
auf 14 Arten gefaltet werden

6 Marken können
auf 38 Arten gefaltet werden

Eine Annäherung
an die gesuchte Anzahl erhält man, wenn man folgenden Algorithmus anwendet.
1)
Man gehe
die Liste aller n! Permutationen durch.
2)
Für jede
horizontal hingeschriebene Permutation verbinde man oben die 0 mit der 1,
wodurch die restlichen Zahlen in Gruppen zerfallen.
3)
Dann
verbinde man unten die 1 mit der 2.
4)
Anschliessend
prüfe man oben, ob 2 und 3 in der gleichen Gruppe sind. Wenn nicht kann man
bereits zur nächsten Permutation übergehen. Wenn ja, verbinde man 2 und 3 und
bringe die Gruppierungen oben auf den neuen Stand. Dies geht mit Inkrementieren
der Gruppennummer für alle Zahlen zwischen der 2 und der 3. Dabei ist das
Inkrement nach jeder Gruppenbildung zu
verdoppeln, wenn verhindert werden soll, dass getrennte Gruppen entstehen, die
die gleiche Nummer tragen.
5)
Jetzt unten
gleich verfahren für die Zahlen 3 und 4.
6) u.s.w.
7)
Bis n mit
n-1 verbunden werden kann. Dann liegt eine Lösung vor.
Wir nennen die
so gefundene Anzahl Lösungen 'brutto'.
Die Lösungen
sind nämlich jetzt noch zu reduzieren. Wir wollen Lösung B, die aus Lösung A
dadurch hervorgeht, dass der ganze Stapel um 180° gedreht wird, nicht
mitzählen.
Auch die Lösung
C nicht, die man gewinnt, wenn man zuerst den ganzen Streifen um 180° dreht und
dann die gleiche Faltung wie in A vornimmt.
Auch die
Kombination von B und C soll nicht gezählt werden.
Die
solchermassen bereinigte Anzahl wollen wir 'netto' nennen.
Hier folgt die
berechnete Anzahl Faltungen für alle Fälle bis zu zehn Marken.
|
n |
n! |
brutto |
netto |
|
2 |
2 |
2 |
1 |
|
3 |
6 |
6 |
2 |
|
4 |
24 |
16 |
5 |
|
5 |
120 |
50 |
14 |
|
6 |
720 |
144 |
38 |
|
7 |
5040 |
462 |
120 |
|
8 |
40320 |
1392 |
353 |
|
9 |
362880 |
4536 |
1149 |
|
10 |
3628800 |
14060 |
3527 |
Bei der
Bereinigung von brutto nach netto gehen
für grössere n drei Viertel der Lösungen weg.
Bei steigendem n
nehmen brutto und netto je um rund einen Faktor drei zu.
Bei der Funktion
brutto(n)/(n-1) kann man einen Zickzackverlauf bemerken. Dies hat damit zu tun,
dass für eine gerade Anzahl Marken die Symmetrieverhältnisse anders liegen als
bei einer ungeraden Anzahl Marken. Wenn ich also die geraden und ungeraden
Fälle trenne, bekomme ich gutmütige Kurven, bei denen ich den letzten Wert
jeweils extrapoliert habe, was für die Fälle 11 und 12 Marken zu ca 11’500 und
36’400 Faltungen führt.

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